Woche der Umwelt: Ein Bodensee-Apfel für den Bundespräsidenten

Rund 15.000 Gäste haben am vergangenen Dienstag und Mittwoch die von Bundespräsident Joachim Gauck und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Park des Schlosses Bellevue ausgerichtete „Woche der Umwelt" besucht. Als Aussteller dabei war auch die Bodensee-Stiftung, die gleich zwei ihrer innovativen Umweltprojekte prä­sen­tierte. Besonders beliebt war der Stand der Bodensee-Stiftung wegen der PRO PLANET Äpfel, die zahlreiche Besucher als kleine Zwischenverpflegung mitnahmen. Auch Bundespräsident Joachim Gauck nahm bei seinem Messerundgang einen PRO PLANET Apfel vom Bodensee mit. „Natürlich haben wir die Gäste darüber informiert, dass in den Äpfeln auch ein Stück Naturschutz steckt. Unser Projektansatz, gemeinsam mit Erzeu­gern und Handel mehr Nachhaltigkeit in den Massenmarkt zu bringen, wurde von den Standbesuchern sehr positiv aufgenommen.", berichtet Patrick Trötschler von der Boden­see-Stiftung.

Gemeinsam mit der REWE Group, der Obst vom Bodensee Vertriebsgesellschaft und über 150 Obstbauern vom Bodensee und der Region Heilbronn hat die Bodensee-Stiftung im Projekt „PRO PLANET Äpfel" Maßnahmen umgesetzt, die auf intensiv genutzten Flächen mehr Nahrungsangebot und Lebensräume für blütenbesu­chende Insekten und weitere Tiere schaffen. Als erstes Projekt dieser Art in Deutschland erhielt die Bodensee-Initiative das REWE Group-Nachhaltigkeitslabel PRO PLANET und wird nun auf weitere Obstanbaugebiete in Deutschland und Österreich ausgeweitet. PRO PLANET Äpfel ist eine Initiative im Rahmen der Europäischen Business and Biodiversity Kam­pagne, in der Unternehmen aller Branchen für den Schutz der biologischen Vielfalt motiviert werden sollen. Die Kampagne wird von der EU über das Programm LIFE+ geför­dert.

Neben dem publikumswirksamen Obst präsentierten die Umweltschützer vom Bodensee das Projekt „AgriClimateChange – mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft". Gemein­sam mit Partnern aus Frankreich, Italien und Spanien hat die Bodensee-Stiftung eine Software ACCT weiterentwickelt, um die Energie- und Treibhausgas-Bilanzen landwirt­schaftlicher Betriebe zu analysieren. „Auf Basis dieser Analyse können wir betriebs­spezifische Maßnah­men entwickeln und so ge­meinsam mit den Landwirten die Klimabilanz der Höfe kontinuier­lich verbessern. Bei der Woche der Umwelt konnten wir einige neue Kontakte mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen knüpfen", erklärt Volker Kromrey von der Bodensee-Stiftung das Vorhaben. Das Projekt wird gefördert vom EU-Programm LIFE+, der Sparkasse Singen-Radolfzell, vom Demeter-Landesverband Baden-Württemberg und der Bioenergieregion Bodensee.

Die Bodensee-Stiftung war nicht der einzige Umweltverband vom Bodensee, der sich in Berlin präsentierte. Auch die Deutsche Umwelthilfe und der Verein Ecocamping zeigten, dass innovativer Umwelt- und Naturschutz am Bodensee seit vielen Jahren eine konstante Größe ist.