Klimaschutz auf landwirtschaftlichen Betrieben von Fachschülern

Aktiver Klimaschutz vor Ort ist gefragt, auch in der Landwirtschaft. Deshalb führt die Bodensee-Stiftung zusammen mit der Fachschule Landwirtschaft in Donaueschingen im Winterhalbjahr 2015/2016 das Modul „Klimaschutz auf landwirtschaftlichen Betrieben von Fachschülern“ durch.

Nach einer Einführung ins Thema Klima, Klimawandel und Anpassung, lernen die jungen Landwirte in der Fachausbildung die Energie- und Treibhaugasbilanz ihres Betriebs und passende Reduktionsmaßnahmen kennen. Drei Exkursionen bringen die Fachschüler auf Betriebe im Schwarzwald, im Hegau und im Flaachtal (CH), welche bereits heute energetisch effizient und Treibhausgas-emissionsarm wirtschaften.

 

Auf dem Betrieb Jäckle im Schwarzwald, welcher als einer von 24 deutschen Pilotbetrieben am EU-Life+ Projekt AgriClimateChange teilgenommen hat, erhalten die Lernenden der Abschlussklasse der landwirtschaftlichen Fachschule Donaueschingen die ersten Informationen zum Klimaschutz in der Landwirtschaft.

 

 

 

 

Auf Lehrfahrt ging die Abschlussklasse in die Schweiz. Im Flaachtal nahe Winterhthur besuchten wir den Verein AgroCO2ncept. 2012 von elf Landwirten gegründet, hat der Verein das Ziel,die Emission von Treibhausgasen und den Verbrauch von Energie auf ihren Betrieben zureduzieren. Diese Produktionsweise wollen sie entsprechend vermarkten und damit einen Mehrertrag erzielen. Die Schwerpunkte der drei besuchten Betriebe liegen bei der minimalen Bodenbearbeitung, der Bullenmast und der Produktion von silofreier Milch. Auf dem Bild erklärt Hanspeter Breiter der Betriebsgemeinschaft Breiter/Meier Flaach den Lernenden wie ein Biobetrieb mit minimaler Bodenbearbeitung, ohne Pflug und Herbizideinsatz seine Felder erfolgreich bewirtschaften kann. Mehr Informationen zum Verein AgroCO2ncept finden Sie auf folgender Website: http://www.agroco2ncept.ch/home/home.html

 

Die einzelbetriebliche Treibhausgas- und Energiebilanz zeigt den Lernenden, welche Betriebsbereiche für Reduktionsmaßnahmen in frage kommen. Zu den wichtigsten Reduktionsmaßnahmen gehören der Düngereinsatz (bedarfsgerechter Stickstoff-Düngereinsatz, Wirtschaftsdüngermanagement: Lagerung, Ausbringung), Tierhaltung (möglichst hohe Lebenstagesleistung), Boden (Zwischenbegrünung, reduzierte Bodenbearbeitung, Gründüngung, aktiver Humusaufbau), Technik/Energie (Maschineneinstellung, Reifendruck optimieren, Pumpen mit Frequenzumrichter, Wärmerückgewinnung aus der Milchkühlung, möglichst hohe Abwärmenutzung aus BHKW, Deckung des Nachgärers, Umstellung auf Ökostrom).

 

Das Nachfolgeprogramm von MEKA in Baden-Württemberg heisst FAKT: Föderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl. Ziel von FAKT ist der Erhalt und die Pflege der Kulturlandschaft, der Schutz des Klimas und der natürlichen Ressourcen Wasser, Boden, Luft, der Erhalt und die Verbesserung der Biodiversität sowie die Förderung der artgerechten Tierhaltung.  Zu den rund 40 Teilmaßnahmen gehören die Förderung von besonders landschaftspflegener gefährdeter Tierrassen, welche in der Regel auch Zweinutzungsrassen sind. Ebenso werden der ökologische Landbau, der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemitteln gefördert. Die Winterbegrünung, die N-Depotdüngung mit Injektion, die reduzierte Bodenbearbeitung mit Strip Till und die freiwillige Hoftorbilanz sind unter Gewässer- und Erosionsschutz aufgeführt. All diese Maßnahmen tragen direkt oder indirekt zur Reduktion von Treibhausgasen bei. Mehr Informationen zu FAKT und der Antragstellung finden Sie hier: http://www.foerderung.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Foerderweg...

 

Gefördert wird das Projekt „Klimaschutz auf landwirtschaftlichen Betrieben von Fachschülern“aus Mitteln der Glücksspirale des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.     

 

 

Ansprechpartnerin bei der Bodensee-Stiftung ist:                                                                          

Aurelia Nyfeler-Brunner (aurelia.nyfeler-brunner@bodensee-stiftung.org; 07732 9995 42)