European Business & Biodiversity Campaign

Unter Federführung des Global Nature Fund und mit Mitwirkung der Bodensee-Stiftung sowie den weiteren Projektpartnern Triple E, Fundacion Global Nature, IUCN, dokeo und Altop-Verlag"Es ist Zielsetzung der European Business and Biodiversity Campaign die hohe auch ökonomische Bedeutung der Biodiversität vorzustellen und die Wirtschaft zum aktiven Schutz und Erhalt der Biodiversität einzuladen", erklärt Marion Hammerl, die Initiatorin der Kampagne und Geschäftsführerin der Bodensee-Stiftung.

Gegenwärtig sehen wir uns mit einem Verlust von 100 Arten pro Tag und der Abholzung der Fläche eines Fußbaldfeldes alle zwei Sekunden konfrontiert. Doch durch den weltweit alarmierenden und rasant fortschreitenden Verlust an genetischer Vielfalt, Arten und Lebensräumen verarmt die Natur. Die Folge: Die Lebensgrundlagen der Menschheit sind ernsthaft bedroht. Die optimale Verknüpfung von Nutzung und Schutz der biologischen Vielfalt wird so zu einer Schlüsselfrage für unsere Zukunft.

Unternehmen und Natur sind voneinander abhängig

Unternehmen sind von den Leistungen der Ökosysteme abhängig und beeinflussen sie gleichzeitig. Veränderungen im Wasserhaushalt, Übernutzung von Rohstoffen und Flächen, Hochwasser- und Erosionsschutz – all dies sind Beispiele dafür, dass Wirtschaft und Natur ständigen Wechselwirkungen unterliegen. Das Bewusstsein der Öffentlichkeit für das Thema Biodiversität ist gestiegen, was den Handlungsdruck auf der politischen Ebene verstärkt – und spätestens dadurch beschäftigen sich auch Unternehmen mit der Bedeutung biologischer Artenvielfalt.

Biodiversität noch kaum in Unternehmensstrategie integriert

Nur rund 25 Prozent der großen Unternehmen erwähnen in ihren Nachhaltigkeits- oder Umweltberichten die Begriffe Biodiversität, Natur- oder Artenschutz. Ähnliches ergibt die Auswertung von Medienberichten zur Rolle von Unternehmen und Biodiversität. Allerdings erhalten Unternehmen eine gute Presse, die sich - meist aufgrund direkter Abhängigkeiten oder Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeiten - aktiv mit Biodiversität auseinandersetzen. Dies sind überwiegend Firmen aus dem Bereich der Rohstoffgewinnung, insbesondere Bergbau, Öl und Gas, sowie auch des Tourismus und der Nahrungsmittelindustrie. Auch der Finanzsektor zieht bei der Bewertung von Umweltrisiken im Zusammenhang mit Kreditvergaben und Investitionen verstärkt die biologische Vielfalt in Betracht. Agroindustrie, Pharma- und Chemiebranche stehen mit Themen wie gentechnisch veränderte Organismen sowie Zugang zu genetischen Ressourcen und gerechter Vorteilsausgleich im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit - im Gegensatz zu den zuvor genannten Branchen spiegelt sich dies meist in negativer Berichterstattung wider.

Für Naturschutz bisher mehr Corporate Citizenship statt nachhaltiger Wertschöpfungskette

Das Engagement einzelner Unternehmen konzentriert sich bisher überwiegend auf die Förderung von Naturschutzvorhaben und deren Kommunikation. So unterstützt Lufthansa seit vielen Jahren Projekte, die insbesondere dem Schutz von Zugvögeln zugute kommt - etwa das von NABU und WWF getragene Kranichschutzzentrum im vorpommerschen Groß-Mohrdorf. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fluglinien engagieren sich durch Freiwilligeneinsätze in Projekten des Living-Lakes- Seenschutznetzwerkes in Europa, Afrika und Asien. Investitionen in Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und die Durchführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen aufgrund gesetzlicher Auflagen sind weitere Berührungspunkte der Industrie mit dem Naturschutz, die aber häufig nicht über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen.

Initiativen zur Bündelung nachhaltiger Best-Practices

Methoden und Indikatoren zur Erfassung und Integration von Biodiversität im Unternehmensbereich sind noch weitgehend im Entwicklungsstadium. Die „Inwertsetzung der Biodiversität“ wird derzeit durch zahlreiche Initiativen vorangetrieben. Für NGOs ergibt sich die Chance, eine konstruktive Zusammenarbeit mit Unternehmen aufzubauen oder auszuweiten und Einfluss auf die Entwicklung und Umsetzung von Biodiversitätsstrategien zu nehmen. Von staatlicher Seite sind weiterhin rechtliche Rahmenbedingungen, steuerliche Anreize und der Abbau umweltschädlicher Subventionen - insbesondere im Bereich der Landwirtschaft - unerlässlich. Mit der Einrichtung einer europäischen Biodiversitäts-Plattform, die auch finanzielle Mittel zur Aufklärung, Forschung und Umsetzung von Modellprojekten bereitstellt, kann die EU einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die jüngsten positiven Entwicklungen im Bereich Wirtschaft und Biodiversität zu bündeln und nachhaltig zu verankern.

Regionales Forum Unternehmen und Biologische Vielfalt in der Bodenseeregion

Schon in 2008 hat die Bodensee-Stiftung den Schutz der Biologischen Vielfalt aufgegriffen und ein erstes regionales Forum mit Unternehmen in der Region organisiert. Ziel der Foren ist es deutlich zu machen, dass der Verlust an Artenvielfalt nicht nur in Brasilien oder anderen Hotspots stattfindet, sondern auch hier bei uns in Deutschland und am Bodensee. Unternehmen, die ihren Standort in der Region haben und von der Lebensqualität profitieren, können und sollen einen Beitrag zum Schutz der Biologischen Vielfalt leisten. Die Möglichkeiten sind vielfältig und reichen von der Ökologisierung des Firmengeländes bis zur Integration der Biodiversität in das Umweltmanagement, um alle Bezugspunkte kontinuierlich zu verbessern.

Unternehmen für den Natur- und Artenschutz

Unternehmen, die bereits im Bereich Biodiversität aktiv sind, werden eingeladen, sich und Ihre Maßnahmen im Rahmen der europäischen Kampagne zu präsentieren. Die Bodensee-Stiftung sucht Vorreiter und Leuchtturmprojekte! Das Magazin Forum Nachhaltiges Wirtschaften, Global Nature Fund und Bodensee-Stiftung freuen sich auf die Rückmeldung von Unternehmen, die sich bereits engagieren oder die sich über Business and Biodiversity zunächst einmal informieren wollen.

Eine detaillierte Projektdarstellung ist als PDF-Anhang beigefügt.

Weitere Informationen und Hintergründe zur European Business & Biodiversity Campaing im Internet unter www.business-biodiversity.eu

Für Informationen und Fragen wenden Sie sich bitte an:  marion.hammerl@bodensee-stiftung.org

Die Europäische Business and Biodiversity Kampagne wurde von der Europäischen Kommission im Rahmen des LIFE+ Programmms unterstützt!

 

 

 

AnhangGröße
Biodiversität.pdf3.6 MB
Biodiversity_international.pdf7.15 MB
Auktionskatalog LK Ravensburg.pdf1.04 MB
EBBC-Flyer deutsch.pdf836.56 KB
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Projektförderer: